Fotografie bei (absoluter) Dunkelheit?! - Tipps

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    • Fotografie bei (absoluter) Dunkelheit?! - Tipps

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      Hallo zusammen,
      ich plane demnächst eine Reise u.a. nach Jordanien. Dort wird auch Wadi Rum auf dem Programm stehen. Inklusive einer Nacht in einem Wüstencamp.

      Dazu meine Frage.
      Wie gehe ich es an möglichst gute Fotos aufzunehmen?
      Es wird außer Mond, Sternen , Fackeln und ggf minimales elektrisches Licht wohl keine Lichtquellen geben.
      Blaue Stunde sollte noch machbar sein, aber ich habe keine Ahnung wie es mit den Sternen aussieht.
      Ich habe schon gelesen, dass man nicht länger als 20-30 Sekunden belichten sollte.
      Habt ihr sonst Tipps zu den Einstellungen etc?

      Vorher üben geht beim aktuellen Wetter wohl auch nicht gut, zudem gibt es hier bei uns ja immer noch viel störendes Licht.

      ich fotografiere zur Zeit auch noch nicht in RAW!

      Meine Kamera ist "leider nur" eine Sony Alpha 58.
      Mit Kit 18-55 und Sigma 70-300.
      Es ist auch absolut kein neues Objektiv drin.
      Stativ versteht sich von selbst.

      Zu allem Überfluss habe ich mit Fotografie bei Nacht kaum Erfahrung. Ich habe mal vier Bilder als Beispiel hinzugefügt, als Referenz was die Kamera so tut.
      Die ersten beiden sind ohne Stativ entstanden, hier lag die Kamera bei viel Wind auf einer Mauer.
      Die letzten beiden sind mit Stativ entstanden. ISO war jeweils so wenig wie möglich.









      Vielen Dank
      Max
      travelling the world!
      flightdiary.net/handballplayer3
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      Hey Max,

      so schlimm sehen die Bilder doch gar nicht aus, im Gegenteil.
      Meine dringende Empfehlung: RAW-Format!
      Sonst kannst du hinterher kaum etwas aus den Bildern herausholen.
      Man kann schon länger als 20-30 Sekunden belichten, allerdings braucht man dann Windstille und keine "Erschütterungen" im Nahbereich des Stativs.
      ISO so niedrig wie es die Kamera und das Licht zulässt.

      Viel Erfolg,
      Mirko
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      Hey Max,

      kann mich dem anschließen, was Mirko schon geschrieben hat.

      Defintiv RAW-Format, Blende 7.1-8 und mit der Belichtungszeit würde ich dir empfehlen Belichtungsreihen zu machen.
      Verschiedene Belichtungszeiten einstellen und dann schauen wie Blende und Zeit am Besten zusammenpassen.
      AF = aus
      Bildstabilisator = aus
      Fernauslöser oder mindestens 2 Sec.
      Live-View hilft auch sehr gut. Bei meiner Canon kann ich durch Betätigen der Lupentaste erkennen ob die Schärfe passt.

      Übrigens - so schlecht sind die Bilder doch gar nicht. Mir gefallen sie.
      Mit freundlichen Grüßen aus Nordbaden

      Gerald

      Meine Bilder bei flickr.com/photos/gekoe/

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Gerald K. ()

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      Hallo

      Wichtig bei Verschlusszeiten jenseits der 30sec ist bei Canon noch ein Fernauslöser, mit dem sich die "Bulb" Funktion nutzen lässt. Ob bei Sony das Maximum ebenfalls bei 30sec liegt, weiss ich nicht.

      Ansonsten braucht es bei Aufnahmen bei starker Dunkelheit mitunter noch viel Geduld mit dem Autofokus. Hier verwende ich gerne den Live-view Modus um manuell zu fokussieren.

      Viele Grüsse
      Stefan
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      Moin Max,

      Aotearoa schrieb:

      Ich habe schon gelesen, dass man nicht länger als 20-30 Sekunden belichten sollte.
      wie die anderen hier schon geschrieben haben, sind Belichtungszeiten von mehr als 30 sek durchaus möglich. Es kann allerdings sein, dass dann selbst bei niedriger ISO-Zahl das Rauschen etwas zunimmt (hängt auch von der Kamera ab). Ein weiterer Grund ist, dass bei längeren Belichtungszeiten bei Aufnahmen wo der Himmel zu sehen ist, die Sterne nicht mehr als Punkte, sondern als Striche zu sehen sind. Das sieht dann nicht so toll aus, es sei denn man legt es speziell auf diesen Effekt an.

      Gruß
      Karl-Heinz
      Meine Bilder bei flugzeugbilder.de
      Meine Bilder bei JetPhotos.net
      Meine Homepage www.frings-du.de
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      Guten Morgen,

      sofern sich die 20-30s auf den Sternenhimmel beziehen sollten, ist sie garnicht von so weit hergeholt. Damit die Sterne als Punkte sichtbar bleiben und nicht verwischen hat sich die Faustformel 500/(Crop*Brennweite) bewährt - daher versucht man hier auch immer so weitwinklig wie möglich vorzugehen. Als Beispielrechnung mit dem von dir genannten Setup:
      500 / (1,5 * 18) = 18,5s.
      Um hier jetzt was erkennen zu können bedarf es einer großen Blende und/oder hoher ISO. Hier gilt es dann die Balance zwischen Sternen und Rauschen zu finden.

      Wenn es dir primär generell um die Bilder geht, ohne Fokus auf den Sternenhimmel, gibts natürlich keine Grenze nach oben, was die Belichtungszeit angeht.

      Grüße,
      Stefan
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      Wenn Du primär die Architektur fotografierst finde ich es cool, wenn man die Blende etwas schließt, z.b. f/11 oder f/13. Dann bekommst Du einen schönen Sterneneffekt bei den Lichtern! Ein weiterer Vorteil wäre dann je nach objektiv eine höhere Randschärfe.

      So sehen diese Sterne übrigens tagsüber bei Flugzeugen aus (damit Du weißt was ich meine):
      instagram.com/p/BRnkHtJFE7i/
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      Servus Max,

      die Bilder sind für den Anfang doch schonmal nicht schlecht. Zu den bisher genannten Tipps hab ich noch folgendes Tutorial vor längerem im Netz entdeckt, welches ich sehr hilfreich finde:

      Tutorial Nachfotografie

      Ich würde auf jeden Fall vorher mal testen, damit du im Urlaub nicht lange mit Einstellungen hantieren musst. Denn gerade die Fokussierung ist bei Nacht wirklich nicht so einfach.

      Grüße,
      Fred
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      Mahlzeit.

      Also meine Nachtfotografie versuche ich in der Regel so :

      - ISO so niedrig wie möglich (auch 200 ist dabei ok)
      - Belichtungszeit je nach Dunkelheit bzw. Lichteinfluss so bis 15 Sekunden
      - Blende nicht zu weit auf, also zwischen 7 und 9 wenn eben möglich
      - immer ohne Stabi, der verursacht Vibrationen
      - immer festes, stabiles Stativ, damit es möglichst vibrationsfrei und fest stehen kann
      - externer Auslöser oder 2 Sekunden Vorlaufzeit
      - wenn möglich, Licht von hinten und nicht direkt in helle Scheinwerfer o.ä. rein, die nah stehen - auf die Entfernung machen Lichtquellen in der Regel nicht viel aus
      - so wenig Feuchtigkeit in der Luft wie möglich, denn das verursacht bekanntlich leichte "Verschwemmungen"
      - Brennweite so wenig wie möglich, maximal 80 bis 100 mm digital

      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei zu hoher ISO und/oder zu offener Blende die Bilder unscharf, überbelichtet und pixelig werden.

      Gruss

      Felix